Freitag, 4. Oktober 2013

"Shahid" - Zeuge oder Märtyrer?

(tg) Der Film "Shahid" - Zeuge oder Märtyrer, eine biographische Verfilmung eines Rechtsanwalts aus Mumbai, der im Jahr 2010 umgebracht wurde, behandelt die Themen Menschenrechte, Indisches Recht und Terrorismus ganz offen und führt den Zuschauer durch eine Reise durch das Leben des Protagonisten Shahid Azmi. Der sozialkritische Film beleuchtet verschiedene Themen, die oft nicht laut ausgesprochen werden, jedoch tagtäglich den indischen Alltag begleiten. Das Leben von Shahid Azmi verfügt über alle Facetten, die in einem Bollywoodfilm zu finden wären, sein Leben endet jedoch abrupt ohne einem Happy End.

Produziert wurde "Shahid" von den bekannten Produzenten Anurag Kashyap und Sunil Bohra und hatte vor Kurzem seine Premiere während dem ‚City to City‘ Programm im kanadischen Toronto. Warum gerade dieses Thema? Filmdirektor Hansal Mehta, der die Geschichte in der Zeitung gefunden und aufgegriffen hatte, spricht von einer ‚Unvollständigkeit‘ von Azmis Leben, was ihn fasziniert und dazu bewegt hat diesen autobiographischen Film zu machen. ‚It’s need to be told,‘ so Mehta bei unserem Interview.

Schlagzeilen machte vor allem auch Rajkumar Yadav mit seiner Nacktszene in diesem Film: „Die Nacktszene in ‚Shahid‘ war meine Idee“, so Yadav in einem Interview mit Bollywoodlife.com.  Der Jungstar feierte bereits seine ersten Bollywooderfolge beispielsweise mit den Filmen ‚Love Sex aur Dhoka‘ (2010), ‚Shaitan‘ (2011)‚ Gangs of Wasseypur Part 2‘ (2012), Aamir Khans ‚Talaash‘ (2012) oder jüngst ‚Kai Po Che‘ (2013). Wie Raj uns in einem Interview verrät, spielt er in seinem neuen Film ‚Queen‘ (2013) an der Seite von der bekannten Bollywoodschauspielerin Kangana Ranaut, die aktuell mit den Dreharbeiten für den dritten Part von Krrish beschäftigt ist.

Zurück zum Film ‚Shahid‘. Wovon handelt dieser Film eigentlich? Die Geschichte erzählt vom Anwalt und Aktivisten für Menschenrechte Shahid Azmi, in der Hauptrolle gespielt von Rajkumar Yadav, der jahrelang zu Unrecht als Terroristen beschuldigte verteidigt, die im Rahmen der Anschläge von Mumbai am 26. November 2008 in Verbindung gebracht werden. Bereits mit 14 Jahren landet Azmi im Jahr 1992 während den Unruhen in Mumbai zum ersten Mal selbst unschuldig  im Gefängnis. Das sollte jedoch nicht sein letzter Aufenthalt sein, es folgten weitere unfreiwillige Aufenthalte in Mumbai und Delhi und während seiner letzten Gefangenschaft im berüchtigten Gefängnis ‚Tihar Jail‘ studierte er sogar Jura um andere dasselbe Schicksal zu ersparen. Jahrelang setzt er sich für deren Rechte als Anwalt ein und wird am 11. Februar 2010 von drei Angreifern in seinem Büro erschossen.

Auch wenn der Film leider kein Happy End für die Zuschauer bereithielt, ein Happy End gab es in Stuttgart dieses Mal für Filmdirektor Hansal Mehta und Rajkumar Yadav. Hansal Mehta hat mit dem Film ‘Shahid’ den Director’s Vision Award abgeräumt und erhielt besonderen Lob von der Jury mit den Worten: „Die wahre Geschichte eines selbstlosen und engagierten Menschenrechtsaktivisten, der sein Leben aufs Spiel setzt, um hilflosen und oft sehr armen Opfern politischer Vorurteile zu verteidigen.“ Die Filmpremiere in den indischen Kinos startet im Oktober 2013 und wird anschliessend auch hierzulande erhältlich sein.

theinder.net hatte die Möglichkeit genutzt, den Schauspieler Rajkumar Yadav und Filmdirektor Hansal Mehta für  ein Interview zu gewinnen und trotz später Stunde um halb 2 Uhr morgens standen uns beide nach ihrer Filmpremiere beim Filmfestival Rede und Antwort.

Weiterführende Links:

Interview mit Rajkumar Yadav: "I am am very emotional"
Interview mit Hansal Mehta: "This story needs to be told"